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Die meisten Dinge und vor allem nahezu jede Tierart sind mit starker Symbolkraft behaftet. Die der Tiere ist meist sehr eindeutig und somit auch für den Laien leicht zu verstehen. Oft sind diese Symbole auch zu geflügelten Worten geworden: Man bedenke nur die „falsche Schlange“, den „sturen Esel“, die „dumme Kuh“, den „wilden Hengst“, den „Angsthasen“ und viele mehr. Auch den Hund finden wir in zahlreichen Redensarten wieder: hundemüde, blöder Hund, wie ein geprügelter Hund, pudelnass und pudelwohl, hundeelend, feiger Hund und so weiter. Interessant ist, dass die meisten dieser Phrasen sehr negativ sind, am meisten hier das englische Wort „bitch“, das eigentlich Hündin bedeutet, aber auch als „Schlampe“ eine besonders schlimme Beleidigung ist.
Die Symbolkraft des Hundes kann sehr verschieden sein, was sich aus der Verschiedenheit der zahlreichen Rassen ergibt. Heute gibt es über 400 Rassen und bei keiner anderen Tierart gibt es solche Unterschiede im Aussehen der verschiedenen Rassen, wie beim Hund. Daher ist Hund nicht immer gleich Hund und verschiedene Rassen haben oft völlig verschiedenen Bedeutungen: ein Jagdhund – wie schon erwähnt – für Reichtum, ein Windhund für Eleganz, Schönheit und Schnelligkeit (vgl. Greyhound Busse), ein kleines Hündchen für Treue und Liebe, ein aufgetakelter Showhund für Eitelkeit und Oberflächlichkeit, ein armer vernachlässigter Hund für unverschuldetes Leid usw.
Im Allgemeinen steht der Hund für:
Absolute Treue
Bedingungslose Liebe
Tugendhaftigkeit:
Dies ergibt sich aus den beiden ersten Eigenschaften, denn ein Wesen das so treu und liebesfähig ist hat die wichtigsten Tugenden inne, die auch ein Mensch an den Tag legen sollte.
Geruchsinn:
In Allegorien zu den fünf Sinnen wird der Geruchsinn meist durch den Hund repräsentiert.
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| Abbildung 33 FRANKREICH: Jungfrau mit Einhorn, 15. Jhdt. |
Dieser Gobelin ist teil eines Ensembles, das die allegorische Darstellung der fünf Sinne mit Szenen einer magischen Jagd kombiniert. Die dargestellten Hunde symbolisieren den Geruchsinn, was noch durch ein Meer von Blüten unterstrichen wird.
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Häusliches Glück:
Eine häusliche Szene wirkt gemütlicher und freundlicher, wenn ein Hund mit von der Partie ist. Außerdem besteht die Klischee-Familie meist aus Eltern, Sohn, Tochter und Hund, was in zahlreichen Familienserien umgesetzt wird.
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| Abbildung 34 LEWIS: Lektüre am Fenster, um 1870 |
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Traurigkeit:
Als Bekräftigung der Tragik einer Szene, werden traurige Hunde sehr gerne in Kunstwerke miteinbezogen. Ob in Gemälden oder in Filmen jeder Tod, jeder Abschied, jedes Leid wird umso rührender, wenn ein trauriger Hund die Szene bereichert. Ferner ist die Melancholie in der Mythologie, die Tochter des Saturn und dessen Attribut ist der Hund.
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Wachsamkeit:
Wie bereit erwähnt ist der Hund als Wächter schon seit jeher ähnlich beliebt, wie der Jagdhund. Ganz besonders im Orient schätzt man diese Eigenschaft und ist auch der Meinung, dass sie bis in den Tod reicht. So stellt man dort Hundestatuen vor Tempel- und Palasteingängen sowie vor Grabeingängen auf, um böse Geister zu verscheuchen und die Seelen der verstorbenen in die Unterwelt zu begleiten.
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Tierkreiszeichen:
In der Astrologie Chinas und Japans gibt es das Tierkreiszeichen Hund. Das nächste Jahr des Hundes ist 2006. Ähnliches findet man auch in den Kalendern der Mayas ( 4. – 10. Jahrhundert) und Azteken (12. – 16. Jahrhundert): Hier verkörpert der Hund 10 Tage und unter diesem Zeichen geborene sollen sich als besonders fähige Führer auszeichnen.
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In der Heraldik:
In seiner Rolle als Jagdhund und besonders als edler Begleiter bei Parforcejagden, wurde der Hund auch häufig auf den Wappen der französischen Edelleute dargestellt.
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| Abbildung 36: Wappen des Bischofs von Amiens |
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Nationale Identität:
Nationale Rassen verkörpern oft den Staat, sowie die positiven Eigenschaften des Volkes.
Zum Beispiel:
- Der Keeshond in Holland: Im 18. Jahrhundert war er Symbol für die Erhebung gegen das Haus der Oranien. Die Aufständischen wurden „keezen“ genannt, was erstens von dem Verb „keesen“ (nagen, beißen) kommt und zweitens vom Rebellenführer „Kees de Gyeselaer“ nach welchem auch die Hunderasse benannt ist.
- Die Englische Bulldogge in Groß Britannien: Schon seit jeher gilt diese Rasse in England für Vaterlandsliebe.
- Der Deutsche Schäferhund: Nach dem 1. Weltkrieg wurde die Rasse in Alsatien Shepherd (wörtl.: elsässischer Schäferhund) umbenannt, damit sie vor anti-deutschen Ressentiments geschützt ist.
- Der Dackel: Kaiser Wilhelm II (1859 – 1941) besaß einige Dachshunde und machte die Rasse so zum deutschen Nationalhund. Vor dem 1. Weltkrieg bildete er ein beliebtes humoristisches Motiv deutscher Künstler.
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| Abbildung 37 DIX: Streichholzhändler I, 1920 |
In diesem sarkastischen Bild zeigt Otto Dix (1891 – 1969) einen verkrüppelten Kriegsveteranen, der Streichhölzer verkaufen muss. Die Leute beachten ihn nicht, dafür pinkelt ihn ein – typisch deutscher – Dackel an. Dies ist ein Symbol für den allgemeinen Niedergang.
- Im 1. Weltkrieg wurde ein Plakat veröffentlicht, auf welchem die Hauptmächte des Krieges durch Hunderassen symbolisiert wurden:
Groß Britannien und Deutschland eben durch Bulldogge und Dackel, Frankreich durch die Französische Bulldogge, Russland durch den Barzoi und die USA durch den American Pit Bull Terrier, der damals – noch nicht als „Kampfhund“ verschrien – für den Mut, die Ausdauer und Überlegenheit der amerikanischen Nation stand.
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Todeskult:
Auch bei den Todesriten verschiedener Kulturen spielte der Hund eine Rolle.
Zum Beispiel:
- Im alten Ägypten wurde der Totengott Anubis mit einem Schakal- oder auch Hundekopf dargestellt. Auch Apuet, die die Seelen der verstorbenen durch die Unterwelt ins Reich der Osiris führte, wird durch den Schakal versinnbildlicht.
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Abbildung 38 ÄGYPTEN:
Anubis balsamiert die Verstorbenen in Cynopolis („Stadt der Hunde“) ein, Mittleres Reich |
- Im Antiken Griechenland wird der Eingang zum Hades, der Unterwelt, von Cerberus, einem dreiköpfigen Hund, bewacht.
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| Abbildung 39 BURNE-JONES: Zerberus, 1875 |
- In Mexiko und China wurden Haushunde beim Tod des Herrn geopfert und mit diesem bestattet, damit sie ihm auch im Jenseits weiterhin zu diensten sein können.
- In Japan trägt der Gott des Selbstmordes das Haupt eines Hundes.
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Tod und Krankheit:
Auch diese negativen Aspekte können dem Hund anhaften, jedoch in sehr unterschiedlicher Weise.
- Die Pest: Der hl. Rochus – Schutzpatron der Pestkranken – wird oft mit einem Hund zusammen dargestellt, weil ein Hund als einziger noch Kontakt zu ihm hatte und ihm einen Laib Brot brachte. Außerdem sagt man dem Speichel dieser Tiere nach, er habe heilende Kräfte.
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| Abbildung 40 LILIO: Hl. Rochus, 16. Jhdt. |
- Die Tollwut: Die Tollwut war und ist in einigen Ländern immer noch eine große Gefahr für Mensch und Tier, da Hunde meist ein Bindeglied zwischen Wildtieren und Menschen sind, sind sie auch sehr oft Überträger dieser Krankheit. Die Angst vor dem tollwütigen Hund findet nicht nur in dem geflügelten Wort „wie ein tollwütiger Hund“ Ausdruck, sondern war früher auch ein beliebtes Motiv in Horrorfilmen.
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| Abbildung 41 FRANKLIN: Der stumme Ankläger – Szenenfoto, 1924 |
- „Killerhunde“ : Angefangen in der Angst vom „bösen Wolf“, die durch zahlreiche Mythen und Märchen bestärkt wird und zu einer systematischen Tötung möglichst vieler Wölfe geführt hat bis hin zur heutigen Kampfhunde-Diskussion hatte man stets auch Respekt vor dem „besten Freund des Menschen“. Und so kommen auch in zahlreichen Filmen „Killerhunde“ vor, die Angst und Schrecken verbreiten.
Wir bedanken uns bei

für das zur verfügungstellen des Materials
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